10.04.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Privat in die Hölle

Öffentliches Eigentum war ihr verhaßt, Gewerkschaften ließ sie zerschlagen. Britanniens Expremierministerin Margaret Thatcher ist tot und polarisiert weiter

Christian Bunke, Manchester
Um 00.05 Uhr Dienstag früh holte ein privater Krankenwagen den Leichnam der am Montag nachmittag verstorbenen ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher aus dem Ritz Hotel in London ab. Hier hatte die nach eingeborener Sitte »geadelte« Exregierungschefin ihren Lebensabend verbracht. Der private Abtransport war ein passendes Ende für eine Frau, der jedes öffentliche Eigentum verhaßt war. Das Gesundheitssystem hatte sie nur deshalb nicht privatisiert, weil sie die Wut der Arbeiterklasse fürchtete. Heute setzen ihre Nachfolger diese Programmatik um.

Seit Thatchers Tod wehen alle Fahnen in London auf Halbmast. Nicht jedoch in Schottland. Hier ist die Bevölkerungsmehrheit zu deutlich gegen die Ex eingestellt. Auch sonst rief das Ableben der Gewerkschaftskillerin nicht nur Trauer hervor. Am Abend ihres Todes gab es Straßenfeste in London, Bristol und Glasgow. In Salford, greater Manchester, verschossen jubelnde Menschen in den Sozialwohnungsgebieten Feuerw...

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