19.03.2013 / Thema / Seite 10

Deutschland-AG aufgekauft

Ökonomie. Die feste Eigentumsstruktur der deutschen Wirtschaft wird seit 1998 entflochten. Jetzt sind ihre Banken und Konzerne in der Hand global verflochtener Finanzakteure

Werner Rügemer
Zur Agenda 2010 unter Bundeskanzler Gerhard Schröder ( SPD) gehörten erstens die Hartz-Gesetze I bis IV, sie ermöglichen die Verbilligung und Entrechtung der abhängig geleisteten Arbeit und der Arbeitslosen. Zweitens hat die »Reform« der Sozialsysteme ähnliche Wirkungen (siehe jW-Thema vom 14.3.2013). Drittens vermehrt die Senkung der Gewinnsteuern den Reichtum der Privateigentümer und ihrer qualifizierten Hilfstruppen zusätzlich und treibt die Staatsverschuldung weiter an. Aber was wurde aus dem vierten Bestandteil der Agenda, der Entflechtung der Deutschland AG?

Die Deutschland AG

Mit »Deutschland AG« war gemeint, daß in der Nachkriegsbundesrepublik die führenden Finanzakteure die wesentlichen Eigentumsanteile (Aktienpakete) an den wichtigsten Konzernen hielten, und daß diese Finanzakteure und Konzerne wiederum untereinander eigentumsmäßig verflochten waren. Die wichtigsten darunter waren die Deutsche Bank und die Versicherungskonzerne Allianz und Münch...

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