04.03.2013 / Inland / Seite 8

»Zeichen einer verfehlten Sozialpolitik«

Eine verläßliche Existenzsicherung statt Almosen fordert das »Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln«. Ein Gespräch mit Bernhard Jirku

Gitta Düperthal
Bernhard Jirku ist Bereichsleiter für ­Erwerbslosenpolitik bei ver.di

Die Erwerbslosen in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gehören dem »Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln« an, das Aktionstage vom 26. bis 28. April in Berlin vorbereitet. Das Bündnis will unter anderem über »die Gewinner des schlanken Staats« informieren, die »behilflich sind, Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung zu beschönigen und zu verewigen«. Von wem ist die Rede?

Das Aktionsbündnis bezeichnet die Unternehmen als Gewinner der »Tafeln«, die Arbeitskräfte so billig wie möglich in Anspruch nehmen, so wenig wie möglich Sozialbeiträge dafür zahlen und kaum Steuern abführen. Sie erwecken gern den Eindruck, Armut sei durch Armenspeisungen zu bekämpfen. Die Verteilung von Almosen ist Ausdruck eines sozialen Gefälles, das in den letzten zehn Jahren stärker geworden ist. Die Löhne der unteren Einkommensgruppen sind um rund zehn Prozent gesunken, Gewinne aus Vermögens- ...

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