04.03.2013 / Thema / Seite 10

Im Dienste der Aufklärung

Karlheinz Deschners »Kriminalgeschichte des Christentums« kommt zu ihrem Abschluß. Eine Betrachtung der Prinzipien seiner Kritik

Wolfgang Beutin
Am 8. März erscheint der zehnte und letzte Band der »Kriminalgeschichte des Christentums«. Der Verfasser, Karlheinz Deschner, geboren 1924, ist einer der prominentesten Religions- und Kirchenkritiker. Für sein Lebenswerk, dessen erster Band 1986 erschien, wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht.


Religionskritik« und »Kirchenkritik« sind heutzutage geläufige Begriffe, aber beide nicht eindeutig: Man kann prinzipiell Religion als universelles Phänomen der Menschheit und als gegenwärtiges kulturhistorisches Faktum kritisieren oder anhand bestehender Glaubensformen diese oder jene als tatsächliche oder vermeintliche Fehlform sowie Fehlentwicklungen bestimmter Religionen. Man kann prinzipiell Kirche als Bestandteil des Systems Christentum–Kirche–Theologie kritisieren, jedoch auch – am Beispiel einer der christlichen Kirchen, an mehreren oder an allen – bloß ihre Fehlentwicklungen, Fehler und Verbrechen.

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