26.02.2013 / Titel / Seite 1

Staatswohl gefährdet

Verfassungsschutz und Bundesregierung verweigern noch nach mehr als 30 Jahren Auskunft über V-Leute im Umfeld der neonazistischen »Wehrsportgruppe Hoffmann«

Claudia Wangerin
Die rechtsextreme »Wehrsportgruppe Hoffmann« (WSG) ist seit über 30 Jahren Geschichte – doch das Staatswohl wäre nach Aussage der Bundesregierung heute noch gefährdet, wenn sie Auskünfte über V-Leute des Verfassungsschutzes im Umfeld der 1980 verbotenen Vereinigung erteilen würde. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Die Linke) hervor.

Brisant ist diese Antwort vor dem Hintergrund des Attentats auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980, bei dem 13 Menschen starben – darunter der mutmaßliche Attentäter Gundolf Köhler, der einige Zeit zuvor an Übungen der WSG Hoffmann teilgenommen hatte. Brisant auch mit Blick auf die Ermordung des jüdischen Verlegers Shlomo Levin und seiner Lebensgefährtin Frida Poeschke durch ein Mitglied der Gruppe im selben Jahr. Beide Verbrechen wurden nie restlos aufgeklärt – die mutmaßlichen Haupttäter waren tot, bevor es zu Ge...

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