31.01.2013 / Ausland / Seite 7

Die Kraft der Niedriglöhne

Kambodscha: Fahrradexporte in die EU sprunghaft gestiegen. Arbeiter verdienen 33 Cent pro Stunde

Michelle Tolson, Phnom Penh (IPS)
Kambodscha hat in den vergangenen zwei Jahren seine Fahrradexporte in die EU kräftig angekurbelt. Das südostasiatische Land gehört mittlerweile zu den zehn größten Fahrradlieferanten nach Europa. Die Erfolgsgeschichte hat den europäischen Fahrradherstellerverband EBMA neugierig gemacht und zu einer Untersuchung veranlaßt. Das Ergebnis: Es sind die Hungerlöhne und geringen Steuern, die die Produzenten nach Kambodscha treiben.

2011 verkaufte Kambodscha 366000 Fahrräder in der EU und konnte diese Zahl in der ersten Hälfte von 2012 nahezu verdreifachen, wie das On­line-Magazin Bike Europe berichtete. Von Januar bis Juni vergangenen Jahres wurden somit 520000 Fahrräder nach Europa ausgeführt, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres nur 140000 gewesen waren. Der Preis für ein Fahrrad lag demnach bei 200 Euro.

Wie EBMA herausfand, haben mehrere Hersteller ihre Produktion inzwischen von Thailand und China nach Kambodscha verlagert. Sie hätten dies mit dor...



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