26.01.2013 / Feuilleton / Seite 12

Banale Grande

Wer die Form sucht, findet den Tod: Bemerkungen zu Kai Pohls »Phantomkalender«

Martin Rautenberg
Es freut den Leser, wenn Geschichten oder Gedichte eine Pointe haben. Im besten Fall kann er sich nach der vergnüglichen Lektüre dem Gefühl hingeben, etwas Geistreiches erfahren zu haben. Die Poeme in Kai Pohls »Phantomkalender« enden meist mit einer – mehr oder weniger – originellen Zuspitzung. Es sind aber keine Witze zum Schenkelklopfen – vielmehr handelt es sich um alltägliche Beobachtungen, die in ein überraschendes finales Moment münden. Der Eindruck nach einer ersten, oberflächlichen Lektüre ist folglich ein durchaus positiver.

Auffällig ist auch die enorme formale Bandbreite: Neben kurzen Gedichten, die in leicht bemüht wirkender Kleinschreibung daherkommen und wie hingetupft wirken, gibt es auch längere, rhythmisch ausgefeilte Sprachkunststücke – ja, ab und an wird man sogar von Gereimtem überrascht. Ein alter Künstlerspruch, der hier paßt, lautet: »Wer das Leben sucht, findet die Form. Wer die Form sucht, findet den T...

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