25.01.2013 / Feuilleton / Seite 12

Werft den Schleier weg!

Wie aus gegebenem Anlaß: In der Bibliothek des Widerstands ist ein Band über die indische Sozialrebellin Phoolan Devi erschienen

Henri Rudolph und David Wagner
»Ich war eine Verbrecherin geworden«, hat Phoolan Devi (1963–2001) einmal erklärt. »Aber was sie ein Verbrechen nannten, nannte ich Gerechtigkeit.« Der 13. Band der Bibliothek des Widerstands über diese indische Sozialrebellin war gerade erschienen, als am 16. Dezember in Delhi die 23jährige Jyoti Singh Pandey von sechs Männern bestialisch vergewaltigt, gefoltert und nackt auf die Straße geworfen wurde. 13 Tage später starb sie an den Folgen des Verbrechens, das auch international für Schlagzeilen sorgte: Wie tickt die indische Gesellschaft? Wie können Frauen sich wehren?

Der Band über Phoolan Devi bietet dazu viel Überlegenswertes. Er stellt eine Frau vor, die in einer patriarchalischen, von tief verwurzeltem Kastendenken geprägten Gesellschaft lange keine andere Möglichkeit sah, sich gegen Mißhandlungen und Unrecht zu wehren als mit der Waffe in der Hand, zunächst als Mitglied einer Bande, später als Anführerin. Nach elf Jahren Kerker...

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