24.01.2013 / Ausland / Seite 2

»Der Mittelstand will keinen Krieg«

Wahlausgang in Israel zwingt Netanjahu zu Kompromissen. Gespräch mit Moshe Zuckermann

Stefan Huth
Prof. Moshe Zuckermann lehrt Geschichte und ­Soziologie an der Universität Tel Aviv

Benjamin Netanjahu und sein Parteienbündnis Likud-Beitenu haben bei den jüngsten Parlamentswahlen in Israel herbe Stimmenverluste hinnehmen müssen. Ist das Ergebnis Ausdruck eines Abrückens der Mehrheitsmeinung vom kompromißlosen Kurs der bisherigen Regierung?

Die Frage läßt sich auf einer praktischen und auf einer tieferliegenden Ebene beantworten. Praktisch ist das Wahlergebnis für meine Begriffe damit erklärbar, daß Netanjahus Bündnis einfach eine hanebüchene Wahlkampagne geführt hat. Es war vollkommen klar, daß Netanjahus Wettstreit mit Naftali Bennetts ultrarechter Partei Das Jüdische Haus zu Verlusten im eigenen Lager führen mußte. Die tiefere Ebene ist vielleicht das, was im Sommer 2011 hier Thema war, nämlich die Frage des Wohlstandes, vor allem dem des Mittelstands. Das Wahlergebnis war somit gleichsam ein Nachhall der großen sozialen Protestaktionen. Netanj...

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