22.01.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kurs auf »triple Dip«

Stagnation, steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen und verfälschte Statistiken: Großbritannien steckt weiter tief in der ökonomischen Krise

Christian Bunke
Wer gedacht hatte, die Krise sei vorbei, lag ziemlich daneben. Großbritanniens Ökonomie steuert statt dessen zielsicher in den »triple dip«, also den dritten Absturz in die Rezession. Die jüngste einer Reihe schlechter Zahlen kam am vergangenen Freitag. Laut dem Office of National Statistics (ONS) sind die Verkaufszahlen im Einzelhandel vom Dezember 2012 die schlechtesten seit 1998. In vielen britischen Medien wird die Schuld dem Wetter gegeben. Doch die Financial Times sieht es realistischer und zitiert einen Finanzanalysten wie folgt: Das Problem der Einzelhändler sei auch das der Gesamtwirtschaft, »die Kaufkraft der Konsumenten« stehe »unter starkem Druck. Die Inflation ist Ende 2012 wieder angestiegen. Die Löhne wachsen nicht.«

Die Einkommen der Beschäftigten wachsen unter anderem deshalb nicht, weil die Regierung ihren »Sparkurs« mit unverminderter Härte fortsetzt. Noch sind erst 20 Prozent aller angekündigten Kürzungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehör...

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