18.01.2013 / Thema / Seite 10

Dritter Anlauf

Hintergrund. Mit Vertuschungen und Schweigen versuchen Dessauer Behörden, die These von Oury Jallohs Selbstmord aufrecht zu erhalten. Die Nebenklage strebt mit einem weiteren Brandgutachten eine erneute Revision an

Susan Bonath
Am 7. Januar 2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh lebendig und an Händen und Füßen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle. Nach zwei Prozessen liegt noch immer im dunkeln, was wirklich hinter verschlossenen Türen geschah. Freunde und Angehörige des Opfers sowie Menschenrechtler sind überzeugt: Hier wird ein Mord vertuscht. Die Polizei behauptet: Er hat sich selbst angezündet. Doch warum lügen Beamte bis heute und ließen wichtige Beweismittel verschwinden? Weshalb ermittelt die Justiz ausschließlich in Richtung Selbstmord und geht gegenteiligen Hinweisen offenbar nicht nach? Ein von Aktivisten beauftragter unabhängiger Brandgutachter soll nun der Wahrheit auf die Spur kommen.

»Wenn du schwarz bist …«

Oury Jalloh wurde 1968 in Kabala, Sierra Leone, geboren. In dem westafrikanischen »Land der Blutdiamanten« tobte in den 90ern ein mörderischer Krieg. Schon Kinder bekamen Gewehre in die Hand gedrückt. Wie viele andere floh Oury Jalloh mit sein...

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