07.01.2013 / Ausland / Seite 2

»90 Prozent der Roma sind dort erwerbslos«

Initiative will Ausgegrenzte in Ungarn ermutigen, für ihre eigenen Rechte einzutreten. Ein Gespräch mit Juliane Nagel

Gitta Düperthal
Juliane Nagel ist Sprecherin der Bürgerinitiative »Leipzig Korrektiv«

Die Initiative »Leipzig Korrektiv«, der ungarische Schriftsteller György Dalos, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2010, und die ungarische Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky rufen auf, die Roma in Ungarn zu unterstützen. Wie ist deren Situation?

In zahlreichen Staaten Europas – nicht nur in Osteuropa, wie oft gesagt wird – werden die Roma ausgegrenzt; sie müssen auf der Straße oder an den Stadträndern in Ghettos leben. In Ungarn ist es besonders schlimm. 90 Prozent der mehreren hunderttausend dort lebenden Roma sind erwerbslos. Ihre Kinder werden als geistig zurückgeblieben klassifiziert und in sogenannte Förderschulen geschickt. Obendrein übt die Magyar Gárda (Ungarische Garde), eine paramilitärische Organisation, die der rechtsextremen Partei Jobbik angehört, offene Gewalt gegen sie aus. Jobbik ist seit 2010 die drittstärkste Partei ...

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