05.01.2013 / Thema / Seite 10

»Besonders wertvoll«

Kunst. Faschistisches Fortleben und Abwicklung des Sozialismus im Kino der BRD. Teil I: Eine empirische Bestandsaufnahme

Ingar Solty
Über die Elitenkontinuität zwischen deutschem Faschismus und BRD ist über die Jahrzehnte viel aufgedeckt worden. Doch in der Regel beschränkt sich diese Kenntnis auf die Ebene der Politik und Justiz. Zu den kaum im öffentlichen Bewußtsein stehenden Kontinuitätslinien gehört das Kino.

In den 50er Jahren dominierte in Westdeutschland der sogenannte Heimatfilm. Dieser war in mehrfacher Hinsicht Ausdruck der Restauration. Zusammen mit den alsbald marktdominierenden Hollywoodfilmen bot er nicht nur leichte apolitisch-eskapistische Happy-End-Kost und Gelegenheit zur Geschichtsverdrängung, sondern knüpfte im Grunde nahtlos an die unselige Tradition des Heimatfilms im Faschismus an. Dort hatte er die Funktion erfüllt, die Bevölkerung von Eliminierung der Arbeiterbewegung, KZ-Wirklichkeit, Zwangsarbeit, Vernichtungskrieg im Osten und Holocaust abzuschirmen.

Die Arbeit im Film war nach den Entnazifizierungsmaßgaben der Besatzungsbehörden nur vermittels einer Lize...



Artikel-Länge: 25001 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe