04.01.2013 / Ausland / Seite 7

Ende einer Vision der Einheit

Jahresrückblick 2012. Heute: Afrika. Die kolonialen Grenzziehungen stehen zur Disposition

Gerd Schumann
Am 9. Juli 2011 gründete sich die Republik Südsudan. 2012, im Jahre Zwei nach dem afrikanischen Sündenfall, gewann die Tendenz zum Zerfall bestehender Staatsgebilde auf dem Kontinent weiter an Dynamik. Nach der Zerlegung des Sudans, zuvor das größte Flächenland Afrikas, stehen nunmehr Grenzen in der Sahelzone, der Große-Seen-Region und in Nigeria, dem Ölriesen, zur Disposition. Auch die im Zuge des Libyen-Krieges debattierte Aufteilung des Maghreb-Landes ist nicht vom Tisch. Somalia gilt seit längerem als »Failed state«. Insgesamt kennzeichnet die Lagen eine »grenzübergreifende Instabilität« (Le Monde diplomatique). Staaten, deren Regierungen – wie in der Demokratischen Republik Kongo – von Weltbank und Internationalem Währungsfonds weitgehend entmündigt wurden, verfallen.

Der mit visionärem Blick auf ein zukünftig einiges Afrika beschlossene Grundsatz von der Unantastbarkeit der Grenzen zerbröselt in rasantem Tempo. Verkündet 196...

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