04.01.2013 / Thema / Seite 10

Der Gefreite beim Bankier

Geschichte. Weichenstellung zur Kanzlerschaft. Am 4. Januar 1933 trifft sich Hitler zur Unterredung mit Franz von Papen in der Kölner Villa Kurt von Schröders

Reiner Zilkenat
Der 4. Januar 1933, vormittags um 10.30 Uhr. Vier Männer nähern sich raschen Schrittes der Villa des Bankiers Kurt von Schröder im Stadtwaldgürtel Nr. 35 in Köln. Schnell eilen sie die Stufen zur Haustür hinauf, wo sie bereits erwartet werden. Ein kleiner Zwischenfall ist allerdings von niemandem vorhergesehen worden. Ein pensionierter Hauptmann namens Johannsen hat in unmittelbarer Nähe des Schröderschen Anwesens gewartet und fotografiert die Besucher, die ihre Aufwartung vor der Öffentlichkeit unter allen Umständen geheimhalten wollen. Am nächsten Tag kann man in der Täglichen Rundschau, einer Berliner Tageszeitung, die dem Reichswehrministerium nahe steht, lesen: Hitler und von Papen hätten eine geheime Unterredung in der Villa des Bankiers Kurt von Schröder gehabt, Thema sei die Kanzlerschaft Adolf Hitlers gewesen.

Seither spielt diese Zusammenkunft eine wichtige Rolle in den Debatten über die Vorgeschichte der Berufung des Nazi-»Führers«...

Artikel-Länge: 19153 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe