06.12.2012 / Feuilleton / Seite 12

Der Text, nicht die Figur

Das wirklich Gelungene der x-ten Verfilmung von »Anna Karenina« ist ihre modellhafte Bildlichkeit

Peer Schmitt
Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Art.« Man kann das gar nicht oft genug hinschreiben, so gut klingt es. Filmadaptionen von Leo Tolstois Roman »Anna Karenina« sind bisher auch nicht eben selten gewesen. Keine Ahnung, als wievielte die vom britischen Regisseur Joe Wright mit Keira Knightley in der Titelrolle heute in die Kinos kommt. Als nachdenklichste wird sie nicht gelten können, bestimmt auch nicht als die schlechteste. Sie kommt sehr ironisch, künstlich, ausgelassen daher. Ohne große Skrupel hinterläßt sie so ein wohliges Musicalgefühl (ohne tatsächlich ein Musical zu sein). Und sie hat Keira Knightley.

Da muß man wahrscheinlich irgendwann einmal durch als ambitionierter Fimstar, durch die, klar doch, dankbarste aller Rollen: die schöne Frau, die so unglücklich ist. »Ach, was soll ich tun! sagte sie zu sich selbst und verspürte plötzlich einen Schmerz zu beiden Seiten des Kopfe...

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