22.11.2012 / Medien / Seite 2

»Für so manchen Kollegen wird es bitter«

Die Financial Times Deutschland macht dicht – ungewisse Zukunft für über 200 Redakteure. Ein Gespräch mit Lucas Zeise

Peter Wolter
Der Finanzjournalist Lucas Zeise war Mitbegründer und jahrelanger Kolumnist der Financial Times Deutschland. Er ist ­regelmäßiger Mitarbeiter der jungen Welt

Sie waren an der Gründung der Financial Times Deutschland (FTD) beteiligt, haben auch jahrelang als Kolumnist für das Blatt gearbeitet. Warum ist die Zeitung jetzt am Ende, was ist schiefgelaufen?

Die FTD wurde in einer Ausnahmesituation gegründet, 1999 gab es einen Hype auf dem internationalen Aktienmarkt, den die beteiligten Verlage nutzen wollten, um ordentlich abzusahnen. Hinzu kam, daß die PR-Agenturen diese Verlage beknieten, eine Alternative zum Handelsblatt zu gründen, das seinen Anzeigenraum zu Monopolpreisen verkaufte. Schon ein Jahr später war dieser auch als Dotcomblase bekannte Hype vorüber – und damit hatte sich eigentlich auch das Geschäftsmodell der FTD erledigt.

Sie wurde also mittelbar ebenfalls Opfer der Finanz- und Wirtschaftskrise?

Der Aktienmarkt krachte ja sch...

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