19.11.2012 / Ansichten / Seite 8

Altbekanntes Muster

Gastkommentar. Gewalteskalation im Gazastreifen

Moshe Zuckermann
Jeder neue kriegerische Gewaltausbruch zwischen Israelis und Palästinensern hat sein Spezifisches, und doch reproduziert sich in ihm stets ein bereits bekanntes Muster von Absehbarem. Nicht, daß man im einzelnen konkret wüßte, worauf man sich einläßt, wenn man sich den Zwängen des Musters unterwirft, aber niemand darf wirklich überrascht sein, daß die Gewalt sehr bald eskaliert; daß man meint, mit der Eskalation eine »Entscheidung« zu erzwingen; daß man dann zur Erkenntnis gelangt, daß nichts erzwungen werden konnte, das Pathos von Ideologie und Propaganda dafür aber eine umso deutlichere Steigerung erfahren hat; daß man also wieder viel Tod, Zerstörung und Leid verantwortet hat, ohne auch die geringste Grundlage dafür gelegt zu haben, daß es nicht früher oder später zur nächsten Runde der Gewaltorgie kommt.

Die kindische Frage, wer (diesmal) »angefangen« habe, erweist sich dabei immer wieder als irrelevant, denn ihre Beantwortung hängt davon ab, wo man ...

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