13.11.2012 / Thema / Seite 10

Seniorisierung der Armut

Hintergrund. Durch die Privatisierung der Altersvorsorge ist die Verarmung der Lohnabhängigen seit über zehn Jahren programmiert. Regierung und SPD »bekämpfen« die Verelendung der Rentner – zugunsten des Finanzsektors

Christoph Butterwegge
Für alte Menschen ist Armut besonders deprimierend, diskriminierend und demoralisierend, weil ihnen nach dem Arbeitsleben die Würde genommen und ein gerechter Lohn für ihre Lebensleistung vorenthalten wird. Zudem wirkt Altersarmut als Drohkulisse und Disziplinierungsinstrument, das Millionen jüngere Menschen nötigt, härter zu arbeiten und einen wachsenden Teil ihres mühselig verdienten Geldes auf den Finanzmärkten in der Hoffnung anzulegen, durch private Vorsorge einen weniger entbehrungsreichen Lebensabend verbringen zu können. Gleichwohl droht Altersarmut nicht bloß in der Zukunft, sondern existiert bereits heute als ein Problem, dem lange wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Das im Kaiserreich begründete mehrgliedrige Wohlfahrtsstaatssystem mit der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV), der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Gesetzlichen Unfallversicherung sowie der während der Weimarer Republik ergänzend geschaffenen Arbeitslosenversicherung als ...

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