10.11.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Worüber die Weisen sich wundern

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Das Herbstgutachten des Rates der Wirtschaftsweisen ist jedes Jahr einer der Höhepunkte in der Berichterstattung der Wirtschaftspresse. Der mehrheitlich (vier von fünf) mit orthodox neoliberalen Professoren besetzte Rat gibt jährlich eine Konjunkturprognose heraus und garniert diese mit neoliberaler Kritik an der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Die Wirtschaftspolitik, die die Bundesregierung den bedrängten Südländern der Euro-Zone diktiert, wird im Gutachten keiner Prüfung unterzogen, sondern als objektive, unvermeidbare Realität dargestellt und damit von jeder Kritik ausgenommen. Interessant ist wie immer die Konjunkturprognose. Sie fällt düster aus und wurde mit der Überschrift versehen: »Konjunktur in Deutschland: Keine Entkopplung vom außenwirtschaftlichen Umfeld.« Die Wirtschaftsweisen geben sich überrascht, daß die Konjunktur in Deutschland auf die Krise in Euro-Europa und anderswo auf der Welt reagiert. Im vierten Quartal dieses Jahres rechnen sie mit einer Rezession, ...

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