07.11.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Treffen sich zwei V-Männer …

Hintergrund: Das neofaschistische Netzwerk »Blood & Honour«, das »Zwickauer Terrortrio« und die Geheimdienste

Claudia Wangerin
Zum »harten Kern der Blood & Honour-Bewegung« in Jena zählte das Thüringer Landes­kriminalamt die drei Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, als es 1998 nach ihnen suchte. Der deutsche Ableger des internationalen Netzwerks »Blood & Honour« war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verboten und gab sich mehr oder weniger als rechter Musikverein, der einschlägige Bands miteinander vernetzt und deren Auftritte organisiert.

Sittengemälde

Was sich auf einem solchen Neonazikonzert an einem Novemberabend 1999 in Schorba bei Jena abspielte, gleicht einem Sittengemälde deutscher Geheimdienstgeschichte. Da treffen sich ein V-Mann und ein zukünftiger V-Mann: Marcel Degner ist zu diesem Zeitpunkt nicht nur Thüringer Sektionsleiter und bundesweiter Kassenwart des internationalen »Blood & Honour«-Netzwerks, das im Jahr darauf in Deutschland verboten wird, sondern gilt auch als eine der wichtigsten Quellen des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz. Auf d...

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