05.11.2012 / Thema / Seite 10

Renovierter Neoliberalismus

Vier Jahre Obama-Krisenmanagement. Teil II (und Schluß): Das Scheitern der Kapitalismusreform von oben und die Innen-Außen-Dialektik der USA in der Krise

Ingar Solty
Die Mangelhaftigkeit des Konjunkturprogramms zog noch andere Entwicklungen nach sich. Sie setzte zunächst die Notenbank unter Druck. Diese verlegte sich angesichts der miesen Konjunkturaussichten im Rahmen des »Quantitative Easing« – im Grunde ein Euphemismus für das Anschmeißen der Notenpresse – auf die massive Ausweitung der Geldmenge und forcierte die Politik dauerhaft niedriger Leitzinsen zur Ankurbelung der Konjunktur. Dabei erhöhte Notenbankchef Ben Ber­nanke im Dezember 2008 das Discount-Window, vergleichbar mit der Spitzenrefinanzierungsfazilität der EZB, auf den höchsten Wert von 75 Basispunkten, wodurch die Geschäftsbanken in den nächsten Jahren sogar noch unter dem Zinssatz von 0,5 Prozent, d.h. praktisch umsonst, Geld beziehen konnten.

Das »Quantitative Easing« läuft zwar auf eine schleichende Entwertung des Dollars und damit der vom (asiatischen) Ausland gehaltenen Reserven hinaus, ist aus der Sicht der US-Eliten aber...

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