26.10.2012 / Ausland / Seite 6

Neuer Krieg in Mali?

EU und Bundeswehr wollen ECOWAS-Interventionstruppe unterstützen. »Terroristische Bedrohung« entpuppt sich als Ergebnis westlicher Einflußpolitik

Sevim Dagdelen
Die Bundeswehr steht möglicherweise vor einem neuen militärischen Abenteuer – diesmal im westafrikanischen Mali. Verteidigungsminister Thomas de Maizière erklärte, er wolle einen Waffeneinsatz der Bundeswehrsoldaten keineswegs ausschließen und deshalb ein Mandat des Bundestages für den Einsatz. Außenminister Guido Westerwelle versucht, den von der Bundesregierung geplanten Einsatz – wie zuvor schon in Afghanistan – quasi als Verteidigungsfall darzustellen: »Wenn der Norden Malis zerfällt, wenn dort Terroristenschulen entstehen, wenn ein sicherer Hafen gebaut werden kann für den Terrorismus der Welt, dann gefährdet das nicht nur Mali, (…) sondern es gefährdet auch uns in Europa.«

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, warnte dagegen mit klaren Worten vor einem militärischen Engagement Deutschlands in Mali. Es sei »eine Illusion zu glauben, man könne dort unbewaffnet Soldaten ausbilden«.

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