26.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Verdünnisierter Verstand

Herr M. aus F. hat es selbst gespürt! Das neue Buch »Die Homöopathie-Lüge«

Christoph Horst
Es ist so einfach mit der Homöopathie: Wer ihre Wirksamkeit behauptet, soll den Ansatz eines Beweises präsentieren. Weil die Grundlagen der Zunft wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, beschränken sich ihre Vertreter bei der Darlegung von Wirkmechanismen auf geistige Sphären, okkulte Zusammenhänge und Erfahrungsberichte, wie man sie aus Boulevardblättern kennt: Herr M. aus F. hat es selbst gespürt: Homöopathie wirkt! Der Nachweis, daß es sich um Humbug handelt, ist leicht geführt. Souverän erledigen das ein promovierter Biologe und eine Stern-Redakteurin im seit zwei Wochen erhältlichen Buch »Die Homöopathie-Lüge«. Durch Schütteln und Rütteln einer Substanz werden keine Heilkräfte freigesetzt. Das widerspricht den Naturgesetzen genauso wie das »Ähnlichkeitsprinzip«, nach dem verabreicht wird, was entsprechende Krankheitssymptome hervorruft. Oft wird gar nichts verabreicht. Die Verdünnung von Arzneien geht weit über deren Nachweisbarkeit hinaus. Schon bei einem Verhältnis von...

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