26.10.2012 / Feuilleton / Seite 13

In neuer Ordnung

Zuwendungsrekorde und Rohrbrüche: Das siebte Berliner Pornfilmfestival im Kreuzberger Kino Moviemento

Jamal Tuschick
»Verbieten Sie es sich nicht, zu lachen«, bat Wakefield Poole, Porno-Altmeister, -Urgestein und -Pionier vor der ersten Vorstellung des siebten Berliner Pornfilmfestivals im schnuckligen Moviemento, dem ältesten noch betriebenen Kino Deutschlands. Sex sei doch »so funny«. Das von Beate Uhse gesponserte Festival geht noch bis Sonntag.

Vor der Tür verdichtete Unterschiedlichkeit mit Singspielen aus dem altaischen Sprachkreis und »schwul« als begriffliches Strafgericht. »Boys in the Sand«, Pooles bekanntester Klassiker von 1971, lief in Saal 1, wo ihn laut Poole erstmals »so viele Frauen gemeinsam« anschauten. Man sah Poole an, daß ihm das viel bedeutete. Junge Krieger einer Internationale des Retropunk bemerkten kritisch, »Boys in the Sand« ginge so »künstlerisch« vonstatten, daß der Film in den USA sogar im Fernsehen gezeigt würde. So lassen sich die Positionen polar beschreiben, nämlich noch immer mit Hegel: Über den Köpfen der Kämpfenden errichtet sich ...

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