25.10.2012 / Medien / Seite 15

»Lobbyisten nach dem Munde reden«

In der Berichterstattung über die Finanzkrise machen griechische Journalisten eine verdammt schlechte Figur. Ein Gespräch mit Moisis Litsis

Gitta Düperthal
Moisis Litsis ist Wirtschaftsredakteur der griechischen Tageszeitung I Ellada Avrio. Bis vor kurzem arbeitete er noch für die Eleftherotypia, die ihren Beschäftigten seit August 2011 aber keine Gehälter mehr zahlen ­konnte. Litsis ist Vorstandsmitglied der ­Journalistengewerkschaft ESHEA

Bei einer Veranstaltung der kapitalismuskritischen Bewegung »Blockupy« am Samstag in Frankfurt am Main haben Sie den deutschen Boulevardjournalismus kritisiert. Er verbreite, sagten Sie, »blinde Vorurteile über faule Griechen«, statt die Ursachen der Krise aufzudecken. Machen Ihre griechischen Kollegen das anders?

Nein, auch bei uns stellt die Mehrheit der Journalisten keine kritischen Fragen zur Finanzkrise, sie reden lieber den führenden Ökonomen und Lobbyisten der Finanzindustrie nach dem Mund. Deren Forderungen stellen sie als alternativlos hin – ihre Aufgabe wäre es aber, eben solche Alternativen zu diskutieren.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Wir bef...

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