22.10.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Japan kauft ein

Globale Investitionsoffensive des krisengeschüttelten Wirtschaftsgiganten gleicht einer Flucht nach vorn – und weg von der Insel

Rainer Rupp
Während die Wirtschaftsmedien voller Berichte über weltweite Firmenaufkäufe Chinas sind, haben sich die Japaner weitgehend unbemerkt auf eine noch größere globale Einkaufstour begeben. Beispielweise Takeda. Der Pharmakonzern steht fast exemplarisch für die »­akquisitive Expansion« der japanischen Industrie. In jüngster Zeit kaufte er für umgerechnet 13,7 Milliarden Dollar den Schweizer Pillendreher Nycomed, für 800 Million das US-Unternehmen URL Pharma Inc., für 248 Millionen das brasilianische Multilab Indústria e Comércio de Productos Farmacêuticos Ltda. und für 60 Millionen die US-Firma LigoCyte Pharmaceuticals. Diese und weitere Übernahmen in anderen Ländern erlauben Takeda, seine Produkte global zu vermarkten, und das zu Gewinnmargen, die es in Japan schon lange nicht mehr gibt.

Laut Edward Jones von der Investmentfirma Dealogic gaben japanische Investoren allein in diesem Jahr umgerechnet 101 Milliarden US-Dollar für weltweite Firmenauf...

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