18.10.2012 / Inland / Seite 5

Auf Kosten der Erwerbslosen

Agentur für Arbeit klagt über Vorurteile gegen Hartz-IV-Bezieher und setzt mit Kampagne »Ich bin gut« dagegen. Sozialinitiativen finden das zynisch

Ralf Wurzbacher
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) meint es nur gut mit den Arbeitslosen. Am Dienstag hatte die Nürnberger Behörde einen Halbjahresrekord bei der Zahl der mit Sanktionen abgestraften Hartz-IV-Bezieher bestätigt (jW berichtete). Bis Jahresfrist wird wahrscheinlich die Eine-Million-Grenze geknackt, hieß es, das wären über zehn Prozent mehr als 2011. Aber Vorsicht, warnt dieselbe BA, daß dabei ja kein falsches Bild entsteht. Denn eigentlich ist ihre Klientel viel besser als ihr ramponierter Ruf. Und weil das die BA-Oberen so bekümmert, machen sie sich jetzt daran, das schlechte Image vom Faulenzer in der sozialen Hängematte aufzupolieren.

Erledigen soll das die Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends. Die fährt im Auftrag der BA die Kampagne »Ich bin gut«, deren Botschaft so geht: »Die Bundesagentur für Arbeit schreibt täglich Erfolgsgeschichten: von hochmotivierten und kompetenten Hartz-IV-Empfängern, die zurück ins Berufsleben vermittelt werden«. Das helfe...

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