17.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Erfolg ist ein Rezept von Oma

Im Stadion mit Chris de Burgh oder was The Killers und der Voodooclub gemeinsam haben

Frank Schäfer
Das Kontrastprogramm aus Avantgardegetue, Film­score­schmonz, flirrenden Postpunkgitarren und Elektronik, das Phillip Boa schon lange sehr inszeniert, war oft für Kontroversen gut. Auch seine ausgesucht ausdruckslose, immer leicht an der allzu schönen Harmonie vorbeigeraunte Intonation, durchwirkt und hintertrieben von den Märchenmelodien der alraunenhaften Pia Lund, muß man nicht unbedingt lieben. Aber die Konsequenz und Kontinuität, mit der Boa alle Jahre wieder eines seiner Alben macht, kann einem durchaus sympathisch sein.

Auf »Loyalty« kommt die geheimnislose Voodooclub-Ästhetik nun mal wieder mit ganz dickem Pinsel daher. Schon im Opener »Black Symphony« gibt es nach einer eher schlichten, aber kickenden Schrabbelgitarrenpop-Strophe den großen Aufgalopp der schmachtenden Streichinstrumente. Anders als der Titel weismachen will, kommen die aber nicht aus einem Film Noir, eher aus einem Fifties-Hollywood-Melodram. Auch der Titelsong konterkariert alt...

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