15.10.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Drogen-Schutztruppe

Der NATO-Einmarsch konnte die Probleme Afghanistans nicht lösen. Er ist selbst zur größten Last für Land und Bevölkerung geworden

Sebastian Carlens, Bonn
Der Opiumanbau ist längst einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Afghanistans geworden, schätzungsweise 85 Prozent des weltweit vertriebenen Heroins haben ihren Ursprung hier. Dramatisch nicht nur für die Abhängigen in Europa, sondern auch für die afghanischen Bauern: Sie werden von den mafiösen Strukturen, die die großen Profite aus dem illegalen Geschäft ziehen, mit Gewalt zum Anbau von Schlafmohn gezwungen – unter den Augen und Gewehren der deutschen Bundeswehr.

Seit elf Jahren, seit Beginn des »Krieges gegen den Terror« der NATO, hält die deutsche Armee ein eigenes Protektorat im Norden des Landes. Das Militär hat längst seinen Frieden mit der Drogenmafia gemacht. Der »Krieg gegen den Terror« ist ein bewaffnetes Schutzkommando für Drogenbarone geworden. Von den hehren Versprechen, die mit dem Bundeswehrmandat verknüpft waren – Demokratie, Gleichberechtigung für Frauen, Aufbau der geschundenen Wirtschaft –, ist nicht viel übrig gebl...

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