15.10.2012 / Inland / Seite 5

»Streikbrecher werden verheizt«

100 Tage Arbeitskampf beim Sparkassencallcenter S-Direkt in Halle: Verhärtete Fronten, »Aushilfskräfte« am Limit

Susan Bonath
Einen solchen Arbeitskampf hat es in der Callcenterbranche noch nicht gegeben. Seit über drei Monaten wird der in Halle an der Saale ansässige Sparkassendienstleister S-Direkt bestreikt. »In dieser Woche werden wir den hundertsten Tag erreichen«, vermeldet ver.di. Die Gewerkschaft fordert eine sofortige Anhebung der Stundenlöhne auf 8,50 Euro und für das kommende Jahr auf 9 Euro. Es geht zudem um fünf zusätzliche Urlaubstage und bessere Arbeitsbedingungen. Ob das streikende Drittel der insgesamt rund 800 Beschäftigten dies durchsetzen kann, ist weiterhin offen. Ver.di hatte die Gespräche Ende August »wegen nicht verhandelbarer Angebote« abgebrochen und setzt seither auf »durchhalten«. »Durchhalten« will man auch bei S-Direkt. »Aber so, wie es jetzt läuft, kann das kein Dauerzustand sein«, räumte Unternehmenssprecher Mike Blum am Freitag auf jW-Nachfrage ein. Er verstehe die »ganze Aufregung bei ver.di« nicht. »Für ein Callcenter in Ostdeutschland sind unsere Sozialstandards und Gehäl...

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