15.10.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Sture Isländer

Sie jagten die Regierung davon, zeigten den Pleitebanken die kalte Schulter – und die Wirtschaft wächst wieder

Wolfgang Pomrehn
Auf Island wächst die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 2,8 Prozent; für das kommende Jahr werden 2,7 Prozent erwartet. Das ist angesichts der Krise in der EU und bei den anderen westlichen Handelspartnern beachtlich und für das in den vergangenen Jahren reichlich strapazierte Land ein Silberstreif am Horizont. Trotzdem verfolgt die Koalitionsregierung aus Sozialdemokraten und Links-Grünen den EU-Beitritt und die Euro-Übernahme weiter, auch wenn bei den Linken dadurch die Spannungen wachsen. Vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gab es kürzlich ein Lob für die gelungene Haushaltskonsolidierung, in der Bevölkerung rumort es hingegen wegen Einschnitten in die sozialen Sicherungssysteme. Die Parlamentsfraktion der Links-Grünen verlor aus diesem Grund im Frühjahr zwei ihrer Mitglieder, die Kürzungen und EU-Kurs nicht länger mittragen wollten. Ein Rückblick: Als 2008 Europas Banken wie die Dominosteine fielen, traf es Island besonders hart. In der kleinen Inselrepublik im Nordatlant...

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