12.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Die Unverfilmbare

In majestätischer Strenge kommt der Roman »Die Wand« ins Kino

Anja Trebbin
Der Roman »Die Wand« galt lange als unverfilmbar. Erschienen ist er 1963. Sieben Jahre später starb die österreichische Autorin Marlen Haushofer. Jetzt hat ihr Landsmann Julian Pölsler das Einpersonenstück auf die Leinwand gebracht. Die namenlose Erzählerin (Martina Gedeck) sitzt in der Kälte und Dunkelheit einer Berghütte am Tisch und schreibt ihre Geschichte auf, um in der Einsamkeit nicht den Verstand zu verlieren. Zwei Jahren zuvor war sie mit ihrer Kusine und deren Mann hierhergekommen. Am Abend nach der Ankunft spazierte das Ehepaar ins Dorf und kehrte bis zum nächsten Morgen nicht zurück. Als die Frau hinterher wollte, stieß sie an eine unsichtbare, undurchdringliche Wand. Dahinter gedeihen noch Pflanzen, aber Menschen und Tiere sind erstarrt. Grausige Landschaftsidylle mit Sonnenschein. Die Frau beginnt schnell, sich in der völligen Isolation einzurichten. Umgeben von einigen Tieren, nimmt sie den Kampf ums Überleben auf.

Im Gegensatz zu den meis...

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