12.10.2012 / Feminismus / Seite 15

Erinnerung an Ilse Kassel

In Berlin wurde ein Platz nach der kommunistischen Widerstandskämpferin umbenannt

Sabine Krusen
Ende September erfolgte eine fast heimliche Umbenennung. Der Schloßplatz im Berliner Bezirk Reinickendorf trägt nun den Namen der jüdischen Widerstandskämpferin Ilse Kassel. Die Presse nahm davon wenig Notiz, was nicht zuletzt dazu beigetragen haben dürfte, daß sich das Publikum auf wenig mehr als die Organisatoren beschränkte. Ilse Kassel war eine Wittenauerin und Berlinerin, bis sie durch die Nazis von dort verjagt und schließlich in den Tod getrieben wurde. Am 9. Juni 1902 wurde sie als Tochter von Hedwig Kassel, geb. Fürstenheim, und ihrem Mann Woldemar Kassel in Wittenau bei Berlin (heute Bezirk Reinickendorf) als eines von drei Kindern geboren. Der Vater, der ab 1906 in der heutigen Wachsmuthstr. 9 (Nähe Bahnhof Hermsdorf) eine Arztpraxis hatte, brachte es bis zum Sanitätsrat und verstarb 1930. Mit dem 31. August 1930 übernahm Ilse Kassel diese Praxis. Sie hatte 1921 das Abitur an der Humboldt-Oberrealschule in Tegel gemacht und in Berlin und Freiburg Medizin studiert. Die nati...

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