10.10.2012 / Antifa / Seite 15

Erinnerung an einen »Moorsoldaten«

Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Erwin Schulz in Berlin, Arbeitersportler und Antifaschist

Frank Brendle
Berliner Antifaschisten trauern um einen der letzten »Moorsoldaten«: Erwin Schulz ist Mitte September im Alter von 99 Jahren gestorben. Am kommenden Samstag wäre er 100 Jahre alt geworden. Angehörige und Freunde wollen die geplante Geburtstagsfeier nicht ersatzlos ausfallen lassen und widmen sie zur Gedenkveranstaltung um. Diese findet im Anschluß an seine Beisetzung statt. Schulz war der wohl älteste aktive Antifaschist im Berliner Raum. 1922, als Zehnjähriger, ging er in den Arbeitersportverein Fichte. 1927 trat er in die Gewerkschaft ein, eine der Konstanten seines Lebens: Vor fünf Jahren stellte ihm ver.di – erstmalig in ihrer Geschichte – eine Urkunde für eine 80jährige Mitgliedschaft aus. Als 1933 die Nazis Parteien und Gewerkschaften verboten, traf sich Schulz mit seinen Fichte-Sportlergenossen weiter. Sie widersetzten sich der Gleichschaltung, diskutierten und verteilten Flugblätter. 1935 flog die Gruppe auf, wegen »Hochverrates« kam Schulz erst ins Zuchthaus Luc...

Artikel-Länge: 3076 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe