10.10.2012 / Titel / Seite 1

Merkel-Show in Athen

Arnold Schölzel
Modernes Geldeintreiben sieht so aus: Zuckerbrot für den Delinquenten hier, Peitsche dort. In Athen fand Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem sechsstündigen Besuch am Dienstag warme Worte für sogenannte Fortschritte des Landes bei der Bekämpfung der Schuldenkrise: »Ein großer Weg ist bereits zurückgelegt, es gibt jeden Tag Fortschritte bei der Bewältigung der schwierigen Aufgabe.« Und fügte hinzu: »Ich wünsche mir, daß Griechenland in der Euro-Zone bleibt.« Die Haltbarkeitsfrist solcher Wünsche endet erfahrungsgemäß spätestens bei den nächsten Bundestagswahlen. Praktisch zeitgleich wurde in Brüssel die Knute hervorgeholt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte Griechenland zur Erfüllung der internationalen Auflagen auf, um weitere Hilfsgarantien zu erhalten. »Es führt kein Weg daran vorbei«, erklärte er nach Beratungen der EU-Finanzminister. Wenn durch die Wahlen im Frühsommer und die schlechte Wirtschaftslage eine Lücke entstanden sei, müsse Griechenland Lösu...

Artikel-Länge: 3732 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text- oder HTML-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe