08.10.2012 / Ausland / Seite 7

Freiwild in Libyen

Verprügelt, gefoltert, beraubt – Milizen machen Jagd auf Schwarzafrikaner

Mel Frykberg, Tripolis (IPS)
Farrah Hamary sieht verzweifelt aus, in der feuchten Hitze in Tripolis tropft ihm der Schweiß vom Gesicht. Der Libyer hat Angst, seinen richtigen Namen zu nennen und will sich auch nicht fotografieren lassen. Sein Rücken ist mit Narben bedeckt, auf seinen Armen sieht man Brandmale durch ausgedrückte Zigaretten. Die Knochen seiner linken Hand sind nicht mehr richtig zusammengewachsen, nachdem sie ihm von Milizionären gebrochen wurde.

Der 39jährige stammt aus der sudanesischen Konfliktregion Kordofan. Nach Libyen kam er bereits vor etlichen Jahren und lebt seitdem vom Verkauf von Obst und Gemüse auf dem Suq-Al-Ahad-Markt in dem Viertel Kasr Ben Gashir in Tripolis. Den Großteil seiner mageren Einkünfte schickt er in den Sudan, wo seine Frau und sein Kind leben.

Hamary lebt seit den Angriffen in ständiger Angst. Er fiel der Fatih-Miliz in die Hände, die die Einwohner seines Viertels einschüchtert und erpreßt. Die Kämpfer tragen tagsüber Militäruniformen und...



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