08.10.2012 / Feuilleton / Seite 8

»Durch Privatisierung nehmen die Schulden nur noch zu«

Der Film »Catastroika« befaßt sich mit den Folgen, die die Finanzdiktatur für Griechenland hat. Ein Gespräch mit Aris Chatzistefanou

Wolfgang Pomrehn
Aris Chatzistefanou arbeitet in Athen als Journalist und Filmemacher. Gemeinsam mit Katerina Kitidi hat er den Film »­Catastroika« herausgebracht – eine Anklage gegen die Griechenland aufgezwungene Privatisierungswelle

Sie haben in Ihrem Film »Catastroika« einen Vergleich zwischen der Verschleuderung von DDR-Vermögen und den geplanten Privatisierungen in Griechenland hergestellt. Wie sind Sie darauf gekommen?

Das wurde uns sozusagen von der Europäischen Zentralbank aufgedrängt, die sagte, wir sollten dem Beispiel der deutschen Treuhand folgen. Also haben wir uns umgeschaut, um zu erfahren, was damit gemeint sein könnte. Wir stellten fest, daß die Treuhand ein Desaster war. Der Ausverkauf des öffentlichen Eigentums Ostdeutschlands endete mit ihrer hohen Verschuldung, sie war ökonomisch und moralisch ein großes Unglück. So haben es uns jedenfalls die Menschen in Deutschland erzählt, die in dem Film zu Wort kommen.

Sie haben auch Fachleute aus den USA ...


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