08.10.2012 / Politisches Buch / Seite 15

Ägypten nach der Revolution

Rüdiger Göbel
Die Dauerproteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo im Januar 2011 waren prägend für das, was als »arabischer Frühling« in die Geschichtsbücher eingehen wird. Ein Land im Aufbruch zwang den Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak zum Rücktritt. Wahlen brachten mittlerweile Mohammed Mursi von den Muslimbrüdern an die Macht. Der Westen scheint sich mit dem Neuen in Kairo ganz gut zu arrangieren, die sozialen Probleme im Land am Nil bleiben die alten. Was ist also aus der Revolution in Ägypten geworden?

Gabriele Habashi beobachtet seit über 20 Jahren die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen in Ägypten, lebt mit ihrem Mann in Kairo. In der Hoffnung auf Neuerungen hat sich an den Protesten im vergangenen Jahr teilgenommen. Die Mobilisierung auf dem Tahrir-Platz begeisterte sie. Im jW-Gespräch beschrieb sie die Demonstranten als »friedlich und freundlich«. Die Menschen hätten sich über die Religionsgrenzen hinweg verbündet. »Es war wie bei einem Volksfest, ähnlich wi...

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