08.10.2012 / Politisches Buch / Seite 15

Wahnwitziger Kreislauf

Theater, Film, Politik: Hans-Dieter Mädes autobiographische Aufzeichnungen

Arnold Schölzel
Im dritten Auftritt des ersten Aufzuges von Goethes »Iphigenie auf Tauris« legt die Titelheldin ihrem Gastgeber und Brautwerber Thoas die Geschichte ihrer Familie dar: Haß, Verwandtenschlachtung, Kannibalismus, Selbstmord. Als sie in der Aufzählung stockt, verlangt Thoas fortzufahren. Iphigenie entgegnet: »Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt«. Dieser Satz steht über der Editorischen Anmerkung zu Hans-Dieter Mädes Buch »Nachricht aus Troja. Fragmente einer Motivation«. Das Zitat hat zentrale Bedeutung für den Band, wie sich dem Leser schnell erschließt, und für das Leben des Autors. Mäde wurde 1930 in Krakow am See geboren, wuchs in Schwerin auf und arbeitete nach dem Studium in Rostock und Weimar an den Bühnen in Erfurt, dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin, wurde 1961 Generalintendant und Chefregisseur der Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt, 1966 gleiches in Dresden, arbeitete von 1972 bis 1976 als Erster Regisseur erneut am Maxim-Gorki-Theater und leitete von 1977 bis 1989 &ndash...

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