06.10.2012 / Titel / Seite 1

Alarm im Euro-Zirkus

Klaus Fischer
Da müssen die Griechen auch noch durch: Ihrem derzeitigen Premier entfährt ein Hilferuf. Antonis Samaras fleht um Solidarität mit seinem Land. Er verweist auf die wachsende Armut und warnt zugleich vor faschistischen Gefahren in Hellas. Man könnte ihn fast ernst nehmen. Fast.

Dummerweise plaziert Samaras seine Bitten im Handelsblatt, der führenden Wirtschaftszeitung des führenden »Geberlandes«. Und er inszeniert einen symbolischen Kniefall vor der deutschen Bundeskanzlerin. Die bittet er ausdrücklich um Hilfe, lädt sie zu einem Besuch nach Athen ein, damit sie sich ein Bild vom dortigen Elend machen könne. Und Angela Merkel reagiert gnädig, will am Dienstag nach Athen fliegen.

»Die Armut wächst, immer mehr Menschen müssen in Suppenküchen gehen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen, beklagt sich der Konservative. Damit nicht genug, malt er an einem großen Schreckensbild und sieht sich und seine Regierung als letztes Bollwerk gegen die Apokalypse: Wenn wir ...



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