05.10.2012 / Inland / Seite 8

»Wir haben uns aufgemacht, um die Gesetze zu brechen«

Protestmarsch der Flüchtlinge erreicht Berlin: 600 Kilometer zu Fuß, um menschliche Behandlung einzufordern. Gespräch mit Houmer Hedajatzadeh

Gitta Düperthal
Houmer Hedajatzadeh, iranischer Herkunft, aus Regensburg ist Sprecher des Flüchtlingsprotestmarschs nach Berlin

Der am 8. September in Würzburg nach Berlin aufgebrochene Protestmarsch von 30 Flüchtlingen erreicht am heutigen Freitag Berlin. Geplant ist um 12.30 Uhr eine Willkommensaktion auf Glienicker Brücke – was soll dort stattfinden und wie ist der Kampf um bessere Lebensbedingungen bislang in der Öffentlichkeit angekommen?

Wir sind diese 600 Kilometer gelaufen, um die Gesetze zu brechen. Wir haben sowohl die Residenzpflicht verletzt, die unsere Bewegungsfreiheit auf Landkreise einschränkt, als auch die Pflicht, uns in den Lagern aufzuhalten. Ziel unseres Protestes war, den Inhalt dieser diskriminierenden Sondergesetze, mit denen man uns Flüchtlingen in Deutschland das Leben schwer macht, der Öffentlichkeit bekanntzumachen. Das haben wir geschafft!

Viele regionale Zeitungen und Radiostationen haben während unseres Marsches darüber berichtet, wi...


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