29.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Unentbehrlicher Faktor

Für die zweite Auflage ihrer Schrift »Sozialreform oder Revolution?« (1899) änderte Rosa Luxemburg 1908 einen Satz über den Zusammenhang von Imperialismus und Krieg

Wenn wir die Geschichte betrachten, nicht wie sie hätte sein können oder sollen, sondern wie sie tatsächlich war, so müssen wir konstatieren, daß der Krieg den unentbehrlichen Faktor der kapitalistischen Entwicklung bildete. (…) Wenn heute China zum Theater drohender Konflikte geworden ist (China stand in Gefahr, von den europäischen Großmächten geteilt zu werden. 1898 hatte sich das Deutsche Reich die Bucht von Kiautschou als Kolonie gesichert. 1900 schickten acht imperialistische Mächte eine Strafexpedition in das Land – d. Red.), so handelt es sich nicht sowohl um die Erschließung Chinas für den europäischen Kapitalismus als um fertige europäische Gegensätze, die sich nach China verpflanzt haben und auf chinesischem Boden bloß zum Durchbruch kommen (in der 2. Auflage von »Sozialreform oder Revolution?« lautet der Satz verallgemeinert: »Wenn die Weltpolitik zum Theater drohender Konflikte geworden ist, so handelt es sich nicht sowohl um die Erschließung neuer Länder für...

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