29.09.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der Staat regiert immer noch mit Terror und Mord«

Gespräch mit Yuri Neira Salamanca. Über die Ermordung seines Sohnes durch eine Spezialeinheit der kolumbianischen Polizei, die Straffreiheit der Täter und die Hoffnung auf Frieden

Darius Ossami
Yuri Neira Salamanca ist in Menschenrechtsorganisationen Kolumbiens aktiv. Seit einem Attentat auf ihn, lebt er im spanischen Exil. Sein 15jähriger Sohn Nicolas wurde am 1. Mai 2005 in Bogotá von Mitgliedern einer Spezialeinheit der Polizei zu Tode geprügelt. Was geschah am 1. Mai 2005? Damals ist mein Sohn zusammen mit Hunderttausenden Menschen in Bogotá auf die Straße gegangen, um am internationalen Tag der Arbeit zu demonstrieren. Seit Jahren greift die Polizei diese Manifestationen an, damit die Leute nicht an ihr Ziel kommen. 2005 war das nicht anders. An der Kreuzung, an der sich Nicolas befand, mitten im Zentrum von Bogotá, gab es keine Ausschreitungen. Dennoch setzte die Polizei Tränengas ein, eine völlig überdimensionierte Menge sehr aggressiven Reizgases. Eine Gasgranate landete nahe bei Nicolas. Als das Gas austrat, konnte er nicht mehr atmen. Nicolas war 15 Jahre alt, 1,50 Meter groß, wog 40 Kilo und hatte Asthma seit seinem sechsten Lebensmonat. Er war nicht mehr in der L...

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