25.09.2012 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Schüsse auf Streikende

Vor gut zwei Jahren wurde in Argentinien ein 23jähriger Leiharbeiter erschossen – wohl im Auftrag der Gewerkschaft. Nun wird der Fall vor Gericht verhandelt

Fernando Krakowiak, Buenos Aires
Es ist einer der ungewöhnlichsten Prozesse der vergangenen Jahre in Argentinien. Der Vorsitzende der argentinischen Eisenbahner-Gewerkschaft (UF), José Pedraza, muß sich dieser Tage vor Gericht für den Mord an dem 23jährigen Mariano Ferreyra verantworten. Ferreyra hatte im Oktober 2010 während einer Demonstration gegen die Auslagerungen zahlreicher seiner Kollegen bei der Eisenbahnlinie Roca teilgenommen. Dabei war die Gruppe von einer offenbar von der Gewerkschaft angeheuerten Schlägerbande angegriffen worden. Neben Pedraza findet sich auf der Anklagebank auch der zweite UF-Vorsitzende, Juan Carlos Fernández, acht an dem Überfall beteiligte Schläger sowie sieben Bundespolizisten, denen unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen wird.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Angriff auf die Gruppe Teil eines »kriminellen Plans« mit dem Ziel, die demonstrierenden Beschäftigten einzuschüchtern. Darüber hinaus werden Pedraza politische und wirtschaftliche Mo...

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