24.09.2012 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Argentiniens Fluch

Landbesitzer setzen auf Anbau und Vermarktung von Gensoja. Schäden für Pflanzen, Tiere und Menschen werden in Kauf genommen

Romano Paganini, Mar del Plata
An argentinischen Schulen gilt Manuel Belgrano (1770–1820) als einer der Unabhängigkeitskämpfer Südamerikas. Was vom ehemaligen General, der die argentinische Flagge schuf, kaum bekannt ist, sind seine Vorstellungen von Landwirtschaft. Man sollte, sagte der gelernte Anwalt einst, die Samen einer Pflanze nur alle drei bis vier Jahre an derselben Stelle pflanzen. Durch das Rotationsprinzip wird der Boden fruchtbar gehalten.

So simpel und naheliegend seine Worte von damals, so kompliziert und technisiert präsentiert sich die Realität in der argentinischen Landwirtschaft 200 Jahre nach Belgrano. Dutzende internationale Großkonzerne haben sich am Rio de la Plata eingenistet und dem Land Stück für Stück genommen, was es bis dahin ausgezeichnet hatte: die Ernährungssouveränität. In den 1970er Jahren wurde im Namen der »grünen Revolution« zunächst die Landwirtschaft industrialisiert. Das bedeutete: mehr Maschinen, mehr Düngemittel, schnellere P...

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