21.09.2012 / Inland / Seite 4

Kurzer Prozeß

Erstes Verfahren um die Tumulte bei Schünemann-Auftritt in Göttingen endet mit Freispruch für einen Demonstranten. Videos zeigen, daß keine Gewalt von ihm ausging

Max Eckart
Mit einem Freispruch für den Angeklagten endete am Donnerstag der Prozeß um die Tumulte beim Auftritt von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im Januar an der Universität Göttingen. Tawlik L. War von der Staatsanwaltschaft zunächst vorgeworfen worden, während des Gerangels einen Polizisten in den Genitalbereich getreten zu haben – ein Fall von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung. Zum Prozeß kam es, weil der 25jährige Beschuldigte zuvor Widerspruch gegen einen Strafbefehl über 750 Euro eingelegt hatte.

Schünemann und der Göttinger Polizeichef Robert Kruse hatten am 10. Januar auf Einladung des CDU-nahen Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) inmitten des Wahlkampfes für das Studierendenparlament an der Universität über Sicherheitspolitik referiert. Rund 500 Menschen protestierten gegen den Auftritt in einem Hörsaal, in den RCDS-Ordner nach Gesichts- und Taschenkontrolle nur ihnen genehme Zuhörer einließ...

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