21.09.2012 / Feuilleton / Seite 13

Verschwundene Orte

Jamal Tuschick
Der Berliner BasisDruck-Verlag steht vor seiner »vierten Wiederauferstehung«, sofern er nun nicht gültig untergeht. Das verkündete Klaus Wolfram am Dienstag vor einer Lesung mit Ulrike Steglich und Annett Gröschner in der hauptstädtischen Tucholsky Buchhandlung. Wolfram hätte den Abend für eine geschwungene Betrachtung der von ihm maßgeblich bestimmten BasisDruck-Geschichte nutzen können, doch er beschied sich mit der Kurzfassung. Gegründet wurde BasisDruck 1989, es erschien »die erste unabhängige Zeitung der DDR« zur Auflösung »eines Bewußtseinsstaus« angesichts überwältigender Veränderungen unter kapitalistischen Vorzeichen – und als Stimme der Bürgerrechtsbewegung. In der zur Jahrtausendwende eingerichteten literarischen Ecke des Verlags erscheinen ausschließlich deutsche Erstveröffentlichungen. »Klein und verwegen«, nannte Wolfram sein Haus, das einmal mit zwanzig Leuten ziemlich groß da stand. Schließlich stellte er mit einem kaum ironischen Anflug von Resignation fest: »A...

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