21.09.2012 / Feuilleton / Seite 13

Was ist eine Violine?

Andersen, da Vinci, Ensslin und das Orchester als sein eigenes Bühnenbild: Helmut Lachenmanns »Mädchen mit den Schwefelhölzern« an der Deutschen Oper Berlin

Andreas Hahn
Es war entsetzlich kalt...« So beginnt H.C. Andersens Märchen »Das Mädchen mit den Schwefelhölzern«. Ein kurzer Text über den Kältetod eines Mädchens ohne auch nur einen Heller, dafür mit einer blühenden Phantasie. In einer Sylvesternacht, in der sich die Glücklicheren mit Braten und Feuerwerk beschäftigen, zündet sie die Zündhölzer an, die sie nicht verkaufen konnte und imaginiert eine Himmelfahrt mit ihrer Großmutter, während sie friedlich erfriert. Ein niedliches Stückchen Horror.

Der 1935 geborene Helmut Lachenmann, mehr oder weniger der einzige »Schüler« von Luigi Nono und eine der letzten lebenden Großautoritäten der Neuen Musik, hat das berühmte Märchen zum Ausgangspunkt seiner »Musik mit Bildern« genommen. Das Stück ist 1997 in Hamburg uraufgeführt worden.

Die Deutsche Oper hat nun mit dem »Mädchen mit den Schwefelhölzern« die neue Spielzeit in ihrem großen Jubiläumsjahr (100.Geburtstag), zugleich die erste Spielzeit unte...

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