21.09.2012 / Feuilleton / Seite 12

Eine Weltsprache

Was man modern nennen muß: Bildhauerarbeiten aus acht Jahrzehnten in Neustrelitz

Thomas J. Richter
Von Kassel nach Neustrelitz: Zwei Städte, an denen die meisten normalerweise, wenn überhaupt in der Nähe, vorbeifahren. Beide umgeben von reizvoller Landschaft, die eine war den Sommer über documenta-bedingt überpräsent in den Medien, überfüllt und zugeschwatzt, die andere still melancholisch im Wald, am See. Selten nur fällt ihr Name. Eigentlich wenige nur haben Interesse an Kunst oder gar ein Liebesverhältnis oder ein durch Neugier und Wissen entwickeltes Urteilsvermögen. Egal – Kassel im Kunsttaumel, Deutschland ein Kunstsommermärchen, selbstverständlich das weltgrößte, bedeutendste, für alle, alle, alle Menschen wichtig! Abertausende, ferngesteuert, erinnert irgendwie an die DDR 1989, die Augen, das Gebaren ahnungslos erwartungsfroh, Menschenrudel rennen irgendwo hin und rein, rennen ratlos wieder raus. Befehl: Plappern, nicht denken, weiter geht’s. Woche um Woche – Event, Event! Große Gehirnwaschanlage, viel esoterische Betroffenheit, viel Menschenrechtsimperia...

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